Mercator-Projektion

Die Mercator-Projektion: Vorteile und Nachteile einer verzerrten Weltdarstellung

10.02.2024Rebecca Breuer0 Kommentare

Weltkarten gibt es bereits seit über 5.000 Jahren. In der Welt der Kartografie gibt es eine Projektion, die besonders bekannt ist: die Mercator-Projektion. Diese Kartenprojektion, die von Gerhard Mercator im 16. Jahrhundert entwickelt wurde, hat eine lange Geschichte und ist in vielen Schulen, Büchern und sogar Navigationsgeräten weit verbreitet. Auch digitale Kartendienste wie Google Maps oder OpenStreetMap arbeiten mit der Mercator-Projektion. Doch so revolutionär diese "Standardweltkarte" einst war, so umstritten ist die Projektion heute.

Die Geschichte hinter der Mercator-Projektion

Gerhard Mercator, ein flämischer Kartograf, Astronom und Mathematiker, entwarf die Mercator-Projektion im Jahr 1569. Sein Ziel war es eine Karte zu entwickeln, die es Seefahrern ermöglicht, Kurse als gerade Linien auf der Karte zu zeichnen und so die Navigation auf See zu erleichtern. Für seine Projektion hat Mercator die Weltkugel quasi auf einen zylindrischen Körper abgewickelt, wobei die Längen- und Breitengrade als parallele vertikale und horizontale Linien verlaufen.

Probleme mit der Mercator-Projektion: Die Verzerrung der Weltflächen

Obwohl die Mercator-Projektion für die Navigation auf See revolutionär war, beinhaltet sie zwei elementare Probleme. Das Hauptproblem: Durch die Abwicklung der Erdkugel auf eine rechteckige, zylindrische Form werden die Flächenverhältnisse der Länder in Richtung der Pole erheblich verzerrt. Dies führt dazu, dass Länder in höheren Breitengraden auf der Karte viel größer erscheinen als sie tatsächlich sind. Ein Beispiel für solch eine Vergrößerung ist die Darstellung Grönlands, das in Wirklichkeit etwa so groß wie die arabische Halbinsel ist, jedoch auf einer Mercator-Karte doppelt bis dreifach groß ist.

Weiteres Problem mit der Mercator-Projektion: Die Verzerrung der Landformen

Neben der Verzerrung der Flächenverhältnisse kommt es auch zu Verzerrungen der Formen. In der Mercator-Projektion erscheinen die Länder näher am Äquator in ihrer Form korrekt, während Länder in höheren Breitengraden gestreckt werden. Auch hier sind Grönland oder Alaska wieder ein sehr gutes Negativ-Beispiel.
 

Kritik und die bekannteste Alternative

Aufgrund dieser Verzerrungen wird die Mercator-Projektion von Kartografen, Geographen und anderen Fachleuten oft kritisiert. Die uns am meisten bekannte Alternative lieferte 1942 Osborn Maitland Miller. Er hat die Mercator-Projektion so modifiziert, dass die Abstände zwischen den Breitengradlinien bei zunehmender Polnähe weniger stark wachsen. Dadurch wird die Flächenverzerrung deutlich verringert. Grönland, Alaska oder Russland sind damit nicht mehr ganz so riesig wie bei der Mercator-Projektion. Doch auch diese Weltkarte zeigt die Länder nicht in ihrer tatsächlichen Form und ist ebenfalls nicht flächentreu. Deshalb forschen und entwickeln Kartografen heute immer weiter an einer optimaleren, getreueren Darstellung unserer Erde.



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